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RB Leipzig - Die Ausgeburt der Kommerzialisierung

Kaum eine Sportart bewegt so viele Menschen wie der Fußball. Die Palette reicht von Hobbykickern bis zu Profisportlern. Neben den Spielern gehören die Macher, Förderer und Fans dazu, die viel Zeit, Energie und/oder Geld für Ihren Verein einbringen. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Fußball ist ein Sport für alle und kein Spielball der Industrie.


In Kürze ist es soweit und die launische Diva, Eintracht Frankfurt, spielt das erste Mal gegen das Werbeprodukt aus Leipzig. RB Leipzig ist der neuste Retortenclub in der Bundesliga, wobei es RB hinbekommt, sich von den bestehenden Retortenclubs abzugrenzen - negativ versteht sich.
„SGE, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar…“ Mit diesen Zeilen aus einem schon lange nicht mehr gesungenen Lied könnte man den Umgang der Frankfurter Fanszene mit der Causa Red Bull abhandeln. Damit ist dann auch die Katze aus dem Sack: Die Fans der Eintracht werden ins Zentralstadion fahren. Aber natürlich ist es so einfach nicht getan. Dafür sorgt die Diskussion um den richtigen Umgang mit RB Leipzig für viel zu viel Wirbel und ist das Thema auch einfach viel zu wichtig.

 


Die Gründe, warum sich die Frankfurter Fanszene entschieden hat, das Spiel zu besuchen, sind zum einen in einem gewissen Realismus zu finden. Denn ehrlich gesagt: Ein Boykott der Spiele bringt nichts. Die Konsumenten werden trotzdem hingehen, viele Eintracht-Fans aus den neuen Bundesländern freuen sich über eine kurze Fahrt, eine differenzierte mediale Auseinandersetzung mit den Motiven wird aller Voraussicht nach nicht stattfinden. Kurz: Das Produkt RB wird dadurch keinerlei Schaden nehmen. Nun kann man natürlich schon die vermeintlichen Puristen und Romantiker schreien hören: "Idealismus ist doch aber wichtiger als Realismus." Und das stimmt. Pure Vernunft darf niemals siegen. Aber vielleicht sollte man sich einfach mal fragen, wie viel Idealismus denn gerade von den RB-Boykottierern in anderen Lebensbereichen an den Tag gelegt wird. Schaut doch mal, wie viele von denen auf der nächsten Auswärtsfahrt zu McDonald’s rennen, ein Konto bei der Deutschen Bank unterhalten oder bei H&M einkaufen. Und wie viele sich beim nächsten Auswärtsspiel in Frankfurt Geld auf die Bezhalkarte laden. Um es mit einem großen Frankfurter Bub zu sagen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Idealismus gegen RB in allen Ehren, er muss dann aber auch mit Leben gefüllt werden.

Damit wären wir beim zweiten Grund: Ist RB es überhaupt wert, boykottiert zu werden und dadurch weitere Aufmerksamkeit zu bekommen? Ist RB am Ende nicht einfach nur ein extrem widerwärtiges Symptom eines durch den Kapitalismus eh schon durch und durch kaputten Fußballs? Macht es nicht erst die seit Jahren im Fußball-Business voranschreitende Kommerzialisierung mit all ihren Begleiterscheinungen – hohe Ablösesummen, horrende Gehältern, abnormale Summen an Fernsehgeld, ausverkaufte Stadien, aber auch höhere Eintrittspreisen, Angriffe auf die Stehplätze und Repression gegen kritische Fanszenen – einem Dietrich Mateschitz schmackhaft, seinen Einstieg in das Game voranzutreiben? Ein Game, das schon so viele Player kaputt gemacht haben, bevor es in Salzburg mit dem RB-Fußball überhaupt losging?

Nun auf einmal in Red Bull allein das personifizierte Böse zu sehen, bei allem anderen aber artig zu klatschen – das wäre heuchlerisch. Und da wären wir wieder beim Idealismus. Eine fundierte Kritik muss das große Ganze im Auge behalten. Der Irrglaube, eine Verdrängung von Red Bull aus dem Fußball würde die Probleme als ungemütliche und mündige Fanszene lösen, ist romantisch naiv! Und deshalb fährt die Fanszene Frankfurt hin. Denn unser Ideal heißt Eintracht Frankfurt. Und dieses Ideal wird am 21. Januar im Leipziger Zentralstadion unterstützt. Dabei werden Emotionen verspürt, die der geneigte RB-Anhänger nie in seinem verschissenen Leben verspüren wird. Weil ihm ein vergleichbares Ideal fehlt. Das Ideal Eintracht Frankfurt lässt einen aber natürlich nicht kritiklos durch die Welt spazieren. Selbstverständlich finden wir Red Bull scheiße. Und so sehr es sich auch erst einmal um eine weitere Ausgeburt des modernen Fußballs handelt, steht RB schon auf einer eigenen Stufe. Denn auf der einen Seite haben wir die seit vielen Jahren existierenden Vereine - mit über Generationen gewachsenen Strukturen, mit vielfältigen und kreativen Fanszenen und mit einem Vereinsleben, welches insbesondere bei den mit enormer Integrationskraft ausgestatteten Fußballvereinen eine ganz besondere soziale und gesellschaftliche Funktion erfüllt. Und natürlich gieren auch deren Vorstände nach Gewinnmaximierung. So, wie es die Welt, in der sich die Profisportvereine bewegen, nun einmal leider erfordert. Ob man das nun mag oder nicht.

Aber im Gegensatz zu RB gibt es bei den Traditionsvereinen eine Vereinsstruktur, die auf eine lange Tradition zurückblickt, die immer ein wachsames Auge auf aktuelle Entwicklungen hat und notwendige Kämpfe führt - im Kampf gegen die 50+1-Regel oder sonstige Angriffe auf die Grundlagen einer lebendigen Fankultur.

RB aber wurde einzig aus dem einen Grund - der Gewinnmaximierung - ins Leben gerufen. Es hat die allherrlichen deutschen Fußballinstanzen in persona von DFB und DFL vorgeführt, indem die Winkeladvokaten von Red Bull (Milliardenkonzern) die richtigen Hebel gefunden haben. Zur Erlangung der Lizenz gab es Auflagen wie die Steigerung der Mitgliederzahlen oder die Entfremdung des Vereinslogos vom Red Bull-Logo. Die Nachhaltung der Auflagen ist ein Witz. Denn Red Bull hat alle Versuche im Keim erstickt, die Entwicklung eines breit angelegten Vereinslebens zu ermöglichen. Hier kann man folglich gar nicht trennen zwischen den am Business aktiv mitmachenden Repräsentanten und den Idealisten, die den hohen Wert eines Vereins verkörpern. Im Fall von RB gibt es nur die eine Seite, weil diese Grundlage der ganzen Existenz ist. So ist es in Salzburg, so ist es in New York, so ist es in Leipzig. So wird es überall sein, wo sich RB einnistet. Das gleiche Phänomen liegt beim Vereinslogo vor. Trotz langem hin und her und der eindeutigen Auflage unterscheidet sich das Vereinslogo kaum von dem allseits bekannten Red Bull-Logo.

Jeder kann sich sicher sein, dass die Fanszene Frankfurt nicht mit Kritik an Red Bull und seinen Bestrebungen, im Fußball Fuß zu fassen, sparen wird. Gerade weil wir wissen, dass es in Leipzig auch noch echten Fußball gibt. Und Red Bull kann sich sicher sein, dass es niemals als einer von vielen „normalen“ Gegnern akzeptiert wird. All das wird am 21. Januar im Zentralstadion zum Ausdruck gebracht.

 

Der Nordwestkurve-Rat

Mitgliedschaft 2017 und Wintergrillen

Gude Nordwestkurve,

am 14. Januar 2017 ist es wieder soweit!
Wir laden Euch zum Wintergrillen im Fanhaus Louisa ein.
Los geht es um 16:00 Uhr.

Wir freuen uns, Manni Binz und einen Überraschungsgast zu begrüßen und sind sicher, dass es einiges zu erzählen gibt.

Die neue Jahresmitgliedschaft für 2017 könnt Ihr Euch an diesem Tag ebenfalls sichern. Der Mitgliedsbeitrag beträgt unverändert fünf Euro und Ihr erhaltet in diesem Jahr einen praktischen Turnbeutel dazu.
Für die aktive Fanszene sollte es obligatorisch sein, den Nordwestkurve e.V. als Mitglied zu unterstützen.
Ihr habt dadurch keinerlei Verpflichtungen, die Kosten sind überschaubar, Ihr unterstützt die Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Fanszene, die Vertretung Eurer Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und der relevanten Institutionen und Ihr habt die Möglichkeit, mit zu bestimmen, wer Eure Vertreter sind.
Es gibt zwar keine Ermäßigung auf Fanartikel oder Eintrittskarten, dafür aber eine gehörige Portion Einfluss auf die Entwicklung der Rahmenbedingungen für unsere Fanszene.
Auch wenn der Kelch der personalisierten Auswärtstickets noch einmal an uns vorbei gegangen ist, ist es wichtig, dass unsere Kurve fest zusammensteht! Die Bedrohung durch den DFB und die allgemeine Repression ist allgegenwärtig.

Ab dem ersten Heimspiel der Rückrunde könnt Ihr dann wie gewohnt am FuFA-Stand vor Block 32 und am Container die Jahresmitgliedschaft 2017 erwerben.
Bringt, wie immer, im besten Fall einen leserlich ausgefüllten Antrag mit. Diesen findet ihr hier:
http://nordwestkurve.net/NWK_Anmeldung_2017.pdf

Wie in den letzten Jahren bieten wir auch wieder eine Anmeldung per E-Mail an. Wer dies in Anspruch nehmen möchte, sendet bitte den ausgefüllten und unterschrieben Antrag an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und überweist parallel sieben Euro (Beitrag zzgl. Material- und Portokosten) auf folgendes Konto:

Nordwestkurve Frankfurt e.V.
IBAN: DE53 5105 0015 0140 2733 43
Verwendungszweck: Mitgliedschaft 2017

Ihr erhaltet Euren Ausweis und Euren Turnbeutel dann per Post nach Zahlungseingang.

Kommt gut ins neue Jahr!
Wir freuen uns auf Euch am 14. Januar im Fanhaus Louisa!

Euer Nordwestkurve-Rat

 

 

DFB kippt Personalisierung - Erste Ansätze eines durchdachten Strafsystems erkennbar?

Wir haben mit großer Freude vernommen, dass die unsinnige Maßnahme der personalisierten Tickets vom DFB zurückgenommen wurde. Offenbar wurde dort tatsächlich erkannt, dass es sich dabei um eine populäre, aber sinnlose Forderung handelt. Tatsächlich würde die Sicherheitslage in und um die Stadien durch eine Personalisierung erheblich verschlechtert, was eine Strafe dieser Art völlig ad absurdum führt. Mit dem heutigen Urteil muss diese Form der Bestrafung ein für alle Mal vom Tisch sein.

Wir wünschen dem DFB für die Zukunft, dass er die Wirkungslosigkeit seines gesamten, auf Kollektivstrafen basierenden, Strafensystems erkennt und dies endlich an rechtsstaatliche Standards angleicht. Ebenso wünschen wir den Verantwortungsträgern im Fußball, dass sie sich nicht von Populisten, beispielsweise aus der Innenministerkonferenz, treiben lassen. Dort werden immer wieder die gleichen, völlig wirkungslosen, Maßnahmen gefordert, um sich, ohne die mindeste Sachkenntnis zu besitzen, öffentlich präsentieren zu können.
Die heutige Entscheidung war ein erster Schritt in die richtige Richtung!

Der Nordwestkurve-Rat

Einladung Mitgliederversammlung Nordwestkurve

 

Liebe Fördermitglieder,

hiermit laden wir Euch zur satzungsgemäßen Versammlung der Fördermitglieder des Nordwestkurve Frankfurt e.V. am Samstag, den 05. November 2016 vor dem Köln-Spiel ein.

Ort: Fanhaus Louisa
Beginn: 12.30 Uhr


Wir freuen uns daher auf eine rege Beteiligung aus der Mitgliedschaft, zumal es durch das Abendspiel kein allzu früher Beginn ist, jedoch auch noch genug Zeit bis zum Spiel. Wir werden nach der Veranstaltung den Grill anwerfen, um den Personen, die gerne noch ein wenig Zeit bis zum Spiel rumkriegen möchten, eine Möglichkeit dazu zu geben.

Die Tagesordnung besteht vorläufig aus folgenden Punkten:

1.) Bericht des Nordwestkurve-Rats über die abgelaufene Amtszeit
2.) Aussprache über den Bericht
3.) Entlastung der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats
4.) Neuwahl der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats
5.) Verschiedenes

Auf drei Punkte unserer Satzung, welcher die Durchführung der Versammlung und insbesondere die Wahlen der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats betreffen, wollen wir auch in diesem Jahr besonders hinweisen:

1. Laut Satzung (§ 9 Abs. 5) soll der Nordwestkurve-Rat in der Regel aus elf Mitgliedern bestehen und muss mindestens sieben Mitglieder haben. Mitglied des Nordwestkurvenrats kann jedes Fördermitglied werden, das seine Kandidatur spätestens zwei Wochen vor der Versammlung der Fördermitglieder beim noch amtierenden Nordwestkurvenrat schriftlich oder per E-Mail eingereicht hat.
Wer also Interesse an einer Mitarbeit im Nordwestkurve-Rat hat, muss uns dies bis spätestens 22. Oktober 2016, am besten per E-Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , mitgeteilt haben. Es würde uns sehr freuen, wenn sich aus der Mitgliedschaft möglichst viele Leute einbringen, schließlich soll der Nordwestkurve-Rat breit aufgestellt sein und unsere Fanszene in Ihrer Gesamtheit abbilden.

2. Die o.g. Tagesordnung ist noch vorläufig, weitere Punkte können nach § 9 Abs. 3 unserer Satzung in die endgültige Tagesordnung aufgenommen werden. Dort ist geregelt: „Anträge von Fördermitgliedern sind in die endgültige Tagesordnung der Versammlung aufzunehmen, wenn sie spätestens zwei Wochen vor der Versammlung schriftlich beim Nordwestkurve-Rat eingereicht sind und von mindestens fünf Fördermitgliedern durch Unterschrift unterstützt werden“. Etwaige Anträge zur Tagesordnung müssen uns ebenfalls bis spätestens 22. Oktober 2016 erreicht haben.

3. Stimm- und Rederecht bei der Versammlung der Fördermitglieder genießen alle Mitglieder, die bis spätestens 30. April des laufenden Jahres ihre Fördermitgliedschaft erworben haben (§ 9 Abs. 3 der Satzung). Das Stimm- und Rederecht kann nur persönlich ausgeübt werden; die Vertretung eines nicht anwesenden Fördermitglieds ist, auch mit Vollmacht, nicht zulässig. Mitglieder, die erst nach dem 30. April die Fördermitgliedschaft erworben haben, können selbstverständlich ebenfalls kommen und der Versammlung beiwohnen.

Infos zur Anreise findet ihr hier: http://www.fanprojekt-frankfurt.de/index.php?id=anfahrt0


Bitte denkt daran euren Mitgliedsausweis oder einen Personalausweis zur Mitgliederversammlung mitzubringen!


Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung bei der Veranstaltung.


Frankfurt, den 07. Oktober 2016

Der Nordwestkurve-Rat

Nordwestkurve Frankfurt zur neuesten DFB-Strafe

 

Seit Montag ist klar: Der DFB sieht Kollektivstrafen noch immer als geeignetes Mittel zur Bestrafung von Fehlverhalten Einzelner an.
Während sich sämtliche Fanorganisationen von Eintracht Frankfurt vom Einsatz der Pyrotechnik als Waffe distanziert haben, wird erneut ein Teil dieser wie auch der unorganisierten Fans bestraft. Statt über wirklich wirksame, täterorientierte Bestrafungen nachzudenken, wird eher an der Durchsetzbarkeit der Bestrafung möglichst vieler unschuldiger Personen gearbeitet. Nichts anderes lässt die Wahl des Heimspiels gegen Bayern München erahnen, für das längst alle Karten verkauft sind.
Der DFB ist weiterhin nicht in der Lage, einen Ausweg aus seinem paranoiden und unwirksamen Strafsystem zu finden. Er ist mit der Lage schlichtweg überfordert.

Wir sehen durch diese Strafe die intensiven Diskussionen, welche es nach dem Magdeburg-Spiel innerhalb der Fanszene gab, torpediert und rechnen im schlimmsten Fall sogar mit einer Verschlechterung der Lage. Nach wie vor bringt der DFB lieber tausende unschuldiger Fans gegen sich auf und wird dadurch verhärtete Fronten zwischen Verband und Fans bestärken. Dies konterkariert jegliche effektive Fanarbeit, die langfristig wirkt und auch Rückschläge beinhaltet, jedoch die einzig effektive Maßnahme darstellt.

Auf die Spitze getrieben wird dies durch die abenteuerliche Vorgabe der personalisierten Auswärtstickets ab der Rückrunde. Nur ahnungslose Schaumschläger wie Innenminister Peter Beuth, der diese Idee kürzlich ins Spiel brachte, sind von der Wirksamkeit der Personalisierung überzeugt. Sie wird definitiv keine Vorfälle verhindern. Davon können tatsächlich nur Personen überzeugt sein, die sich mit der Materie nicht einmal oberflächlich beschäftigt haben. Es ist reiner Aktionismus, der es tausenden organisierten Auswärtsfahrern nahezu unmöglich machen wird, gemeinsam zu Auswärtsspielen zu reisen. Es ist eine bewusst in Kauf genommene Gängelung der friedlichen Fans, ohne dabei eine Wirksamkeit zu erlangen.
Hier trägt der DFB dazu bei, dass in der Fanszene weniger über die Vorfälle in Magdeburg, dafür umso mehr über das absurde Strafensystem des DFB diskutiert werden wird. Mit dieser Maßnahme beginnt der DFB nun endgültig auf italienische Verhältnisse zuzusteuern und merkt nicht, dass er beginnt, die Attraktivität seines eigenen „Premiumprodukts“ zu zerstören.

Wir lehnen diese repressiven und wirkungslosen Kollektivstrafen weiterhin ab. Das Ziel, die Fans von Eintracht Frankfurt durch diese Maßnahmen zu spalten, wird der DFB ebenso wenig erreichen, wie er langfristig an einer echten täterorientierten Sanktionierung vorbeikommen wird, sofern er dies überhaupt möchte…

Der Nordwestkurve-Rat

Nordwestkurve Frankfurt zum Spiel in Magdeburg

 

In der hitzigen Diskussion um das Spiel in Magdeburg, möchten wir auf bereits frühere Äußerungen des Nordwestkurve-Rats hinweisen, in denen wir uns zum Thema Pyrotechnik klar geäußert haben.

Bei allen unterschiedlichen Meinungen in unserer Fanszene und damit auch innerhalb des Nordwestkurve-Rats, war unser Grundkonsens immer, dass Pyrotechnik ein optisches Stilmittel der Fußballatmosphäre ist und in kontrollierter Art und Weise Verwendung finden darf. Böller und Raketen wurden dabei stets als unkontrollierbar angesehen und dementsprechend auch abgelehnt.

Das gezielte Abschießen in andere Stadionbereiche steht selbstverständlich weit außerhalb dieses Konsens, weit außerhalb jeder Diskussionsgrundlage.

Wir verurteilen daher das Abschießen von Raketen in den Magdeburger Nachbarblock scharf. So etwas darf nicht wieder passieren! Bei allen Emotionen und Rivalitäten müssen Grenzen gewahrt bleiben.

Ohne das Geschehene auch nur ansatzweise relativeren zu wollen, möchten wir dennoch auch hinterfragen, wie es in das Sicherheitskonzept eines solchen Spiels passt, wenn sich im Nebenblock des Gästeblocks mehrere Hundert Hooligans verschiedener Vereine versammeln, mit dem einzigen Ziel, die Eintracht-Fans zu provozieren.

Unsre Fans wurden schon beim Betreten des Blocks mit rassistischen Sprechchören wie „Eintracht Frankfurt, Jude Jude Jude!“ begrüßt und mit verschiedenen Gegenständen, u.a. mit Batterien, beworfen. Weder das Auslegen einer Reichkriegsfahne, noch das Zeigen von Hitlergrüßen oder weitere rechtsradikale Äußerungen wurden versucht zu unterbinden. Die entsprechenden Personen besaßen dazu bemerkenswerte Bewegungs- und Handlungsfreiheiten.

 

Noch einmal:

Dies alles rechtfertigt keinesfalls den Beschuss des Blocks mit Leuchtspurmunition, darf aber bei der Betrachtung der Vorkommnisse trotzdem nicht völlig unbeachtet bleiben.

Wir werden fanszeneintern in den kommenden Wochen intensive Gespräche führen und die Vorkommnisse aufarbeiten. Dies ist in unseren Augen weiterhin, im Gegensatz zu von außen verhängten Kollektivstrafen, der einzig sinnvolle und erfolgsversprechende Weg, um zu erreichen, dass sich der Einsatz von Pyrotechnik als Waffe nicht wiederholt. Und nur so schaffen wir es auch weiterhin als Fanszene zusammenzuhalten und uns nicht spalten zu lassen.

Der Nordwestkurve-Rat

Stadt Darmstadt scheitert mit Rechtsbeugung! DFB-Strafsystem am Ende!

 

Gleich zu Beginn: Die Aufhebung der absurden und der allgemeinen Rechtsprechung Hohn lachenden Allgemeinverfügung ist dem Engagement der Eintracht-Fans zu verdanken, welche über 900 Eilanträge vorbereitet hatten, einige Hundert bereits einreichten. Jedoch ist es ein Skandal, dass dies überhaupt nötig war, um Anspruch auf Grundrechte zu erlangen. Bürgermeister Reißer, der offenbar in Größenwahn verfiel und der Meinung war, er stünde als Bürgermeister Darmstadts über dem Gesetz, musste am Ende die Reißleine ziehen.
Die Aufrechterhaltung der Verfügung hätte die Stadt Darmstadt am Ende wohl deutlich über 300.000 Euro kosten können, was wohl der eigentliche Grund für die Rücknahme der Verfügung gewesen war. Die Politik und Bevölkerung Darmstadts sollten sich vielleicht überlegen, ob sie einen Bürgermeister möchten, der von unserem Rechtsstaat offenbar nicht sonderlich viel hält und dabei noch die Stadtfinanzen erheblich gefährdet. Vielleicht wäre ein demokratisch denkender Bürgermeister doch die bessere Wahl?!
Wir bedanken uns bei allen Eintracht-Fans, die gegen diesen offensichtlichen Schwachsinn vorgegangen sind! Durch Sippenhaft verschärft sich die Sicherheitslage noch. Diese ist und bleibt bei einem Derby nicht mehr und nicht weniger angespannt, auch wenn man Zehntausende Fans staatlicher Willkür ausliefert.

Das Vorgehen der offenbar extrem unerfahrenen und völlig dilettantisch handelnden Sicherheitsträger im Vorfeld des Spiels war offensichtlich eine Katastrophe.
Hier ist man offenbar der eigenen Panik und Hysterie verfallen. Überdies hatten beispielsweise die völlig unbedarfte und in Sicherheitsfragen rund um ein Fußballspiel überforderte Einsatzleitung der Polizei sowie die Stadt Darmstadt im Vorfeld nicht das Gespräch mit Vertretern von Eintracht Frankfurt gesucht und noch weniger deren Verantwortliche im Vorfeld von der sinnfreien Entscheidung informiert. Wieso ein Mensch wie Einsatzleiter Denninger die Verantwortung über ganze Polizeieinheiten tragen darf, muss man sich nach seinen Äußerungen zur Erkennung von Eintracht-Fans auch fragen. Diese zeugen nämlich von einem Welt- und Menschenbild, welches in einem Rechtsstaat ebenso wenig beheimatet ist, wie das Handeln der Stadt Darmstadt.

Gefußt hatte die unsägliche Maßnahme letztlich auf dem unsinnigen Urteil eines selbstherrlichen Verbandes und seinem kontraproduktiven Strafsystem. Der DFB sieht es nach wie vor als geeignetes Mittel an, die Verfehlungen einzelner Personen durch die Bestrafung tausender Fans zu ahnden. Dies geschieht nicht nur ohne die vorige juristische Beurteilung der jeweiligen Vorfälle, sondern gänzlich nach eigenem Ermessen und ohne jegliche juristische Grundlage und eine neutrale Kontrollinstanz. Und das, obwohl der DFB bereits 2012 das kollektive Ausgrenzen von Zuschauern als kein probates Mittel mehr betrachtete, wie der DFB-Vizepräsident Rainer Koch nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt bei Union Berlin öffentlich äußerte.

Von Seiten des DFB sind wir es gewohnt, dass gesetzlich nicht strafbare oder nur gering strafbare Handlungen willkürlich und drakonisch bestraft werden, da diese nach der jeweiligen Stadionordnung verboten sind. Dass nun auch Sicherheitsorgane sowie städtische Vertreter Kollektivstrafen und Sippenhaft für ein geeignetes Mittel halten und nur durch einen Gerichtsbeschluss belehrt werden, dass das unter Generalverdacht stellen von tausenden Fußballfans rechtswidrig ist, um den Vorgaben eines fragwürdig handelnden Verbandes Folge zu leisten, bleibt nichts anderes als ein handfester Skandal. Wieso denken staatliche Organisationen, die irrsinnige Straflogik des DFB mit ihren Maßnahmen umsetzen und sogar noch legitimieren zu müssen?
Nach aktuellem Stand ist das absurde DFB-Strafsystem von Kollektivstrafen, Sippenhaft und Generalverdacht völlig am Ende und katastrophal gescheitert. Der Beweis, dass die Sicherheitslage eines Derbys dadurch keinesfalls verbessert, eher verschlimmert wird, wurde nicht zum ersten Mal erbracht. Der DFB scheint sich damit aber vielleicht sogar zufrieden zu geben, er verschiebt die Probleme ja nur in den öffentlichen Raum, denn dort sind sie nicht mehr sein Problem und man kann sich gemütlich zurücklehnen und sein Premiumprodukt im TV genießen. Deutlicher als dieser Tage war es nie. Das auf Sippenhaft beruhende Strafsystem des DFB bringt nur noch mehr Fußballfans gegen den korrupten Verband auf und fördert in keiner Weise die Ermittlung wirklicher Täter. Kurz gesagt: Das DFB Strafensystem ist endgültig am Ende und sollte umgehend nach rechtsstaatlichen Grundsätzen reformiert werden!

Nordwestkurve Frankfurt zu den Betretungsverboten für Eintrachtfans in Darmstadt

 

Wir kritisieren die angekündigte Allgemeinverfügung scharf und halten diese für unverhältnismäßig und mit rechtstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar.
Zum einen basiert sie auf einer aus dem willkürlichen Verbandsstrafsystem des DFB herrührenden Schließung des Gästeblocks, mit der eine in Kauf genommene Wettbewerbsverzerrung im Abstiegskampf einhergeht. Zum anderen stellt sie Eintrachtfans unter Generalverdacht, die damit in ihrer Gesamtheit in Sippenhaft genommen werden. Tausende Eintrachtfans, selbst wenn sie in Darmstadt wohnen, laufen Gefahr, Opfer willkürlicher Maßnahmen zu werden. Insbesondere die Äußerungen des Einsatzleiters Bernd Denninger, man erkenne Eintrachtfans am „Äußeren und am Verhalten“, zeigen eine krude Weltsicht, welche sich in einem demokratischen Rechtsstaat verbittet. Wenn Personen mit derartigen Einstellungen verantwortlich für das Verhalten der eingesetzten Polizisten sind, kann es jedem Einwohner Darmstadts nur davor grauen, am Samstag die Straße zu betreten, was ganz sicher nicht zur Deeskalation der Situation beiträgt.
Die ausgerufenen Maßnahmen zeugen von einer absurden Hysterie, welche die eigene Überforderung sowie die eigene Unfähigkeit, ein angemessenes und verhältnismäßiges Sicherheitskonzept zu entwickeln, überdecken soll.

Wir werden uns hierzu im Fortgang der Diskussion erneut äußern.

Der Nordwestkurve-Rat

Ihr macht unseren Sport kaputt!


Hallo DFB und DFL,

seit dieser Woche ist klar: Es wird ab der kommenden Saison Montagsspiele in der ersten Bundesliga geben. Zwar "nur" fünf Stück, und laut euren Beteuerungen nur wegen der Belastung für deutsche Europapokalteilnehmer, und mehr als fünf sollen es auch nie werden. Aber euch glaubt niemand mehr.
Denn ihr seid seit längerem dabei, den bezahlten Fußball, so wie er zu einem Erfolgsmodell wurde, zu zerstören.
Was viel interessanter sein dürfte für euch und eure Geschäftspartner: Damit vernichtet ihr das Alleinstellungsmerkmal der Bundesliga in Deutschland, und damit leidet die Renditefähigkeit eures Premiumprodukts.
Vermutlich ist das die einzige Sprache, die ihr versteht. Schließlich ist Raubtierkapitalismus, grenzenlose Gier und Absatz- und Vermarktungsmöglichkeiten zu sondieren, euer Kerngeschäft.

Der DFB verhängt aufgrund von Verfehlungen einzelner Personen Kollektivstrafen für Gruppen, Besucher einzelner Blöcke, ganzer Kurven sowie kompletter Stadien.
Eine Art der Bestrafung, die jedem gesunden Rechtsempfinden Hohn lacht. Und eine Bestrafung, die keiner rechtlichen Grundlage folgt, nur der selbstherrlichen Willkür und dem Gutdünken eines allmächtigen Verbandes, der schon lange den Kontakt zur Basis - zu den Fans - verloren hat.
Ganz davon abgesehen, dass das kollektive Ausgrenzen von Zuschauern vom DFB selbst als kein probates Mittel mehr angesehen wird, und wie 2012 nach dem Spiel von Eintracht Frankfurt bei Union Berlin von dem damaligen Vizepräsidenten Rainer Koch, öffentlich geäußert wurde.

Die DFL arbeitet beharrlich daran, dem aktiven Fan, der seine Mannschaft auswärts sehen möchte, diese Fahrten so unangenehm und schwierig wie irgend möglich zu machen.
Kurzfristige Spielansetzungen, die die Fahrten zu erschwinglichen Preisen sowie Terminplanungen massiv erschweren.
Der schleichende Tod der Kernspielzeit samstags um 15:30 Uhr, gipfelnd in der Anstoßzeit montags um 20:30 Uhr. Ein Spieltermin, der sich anfühlt, als bekäme man von der DFL und ihren Vermarktungspartnern, allen voran dem offiziellen Partner Sky, ins Gesicht gespuckt.

Dazu kommt die immer größere Gier ohnehin schon finanziell überlegener Clubs, die die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander gehen lässt und die immer weniger vorhandene Solidarität in der Liga, die bereits jetzt zu gepflegter Langeweile im Meisterschaftskampf und einem eklatanten Mangel an Perspektive für immer mehr Clubs führt.
Der Vorschlag, Setzlisten einzuführen oder die immer mal wiederkehrende "Drohung" der Superliga passen ins Bild.
Auch, dass ernsthaft darüber diskutiert wird, ein Bundesligaspiel von Borussia Dortmund bereits in dieser Saison auf einen Montag zu legen, um der Mannschaft eine größere Zeitspanne zu ihrem davor stattfindenden Europa League Spiel einzuräumen, ohne Rücksicht darauf, dass dies eine Wettbewerbsverzerrung in der Bundesliga mit sich bringen würde, zeigt wie die "großen Vereine" protegiert werden (sollen).

Weiterhin gesellen sich mehr und mehr Vereine hinzu, die nicht mehr nach demokratischen Prinzipien geführt werden und in denen Mitglieder mitbestimmen dürfen, sondern wo von Investoren gebildete, autokratische Strukturen herrschen.
Oder viel einfacher, es handelt sich um seelenlose Gebilde, deren Mannschaften schlicht Marketingprodukte von global agierenden und milliardenschweren Konzernen sind.

Sollte diese Entwicklung nicht gestoppt werden, werden sich die Verantwortlichen bei DFL und DFB spätestens mittelfristig den Ast absägen, auf dem sie selbst sitzen.
Denn schon jetzt wirkt der Hype überhöht, gehen Zuschauerzahlen an vielen Standorten zurück, sind die Stadien weniger stimmungsvoll, fühlen sich Fans kriminalisiert und stigmatisiert und mehr und mehr entfremdet vom aktuellen Profifußball.

Der letzte bei Hoffenheim gegen Wolfsburg macht dann das Licht aus.

Bewusste Provokation und massive Polizeigewalt am Düsseldorfer Hauptbahnhof

 

Am Samstagabend kam es im Düsseldorfer Hauptbahnhof zu einem massiven Zusammenstoß zwischen Eintracht-Fans und einer berüchtigten BFE-Einheit aus Sankt Augustin.

Bereits seit den frühen Morgenstunden fuhren einige Hundert Eintracht-Fans mit Regelzügen nach Mönchengladbach, die Atmosphäre war ruhig und entspannt. Nach dem Spiel wurden die Fans von der besagten Einheit begleitet, bereits im Regelzug von Rheydt nach Düsseldorf zeigten sich einige Polizisten äußerst aggressiv und provokant. Auf dem Hinweg gab es keine Begleitung durch Polizeikräfte, entsprechend auch keine Gewalt oder bedrohliche Stimmung.

Beim Umstieg in Düsseldorf gab es, auch durch eine Zugverspätung, einen gewissen Aufenthalt. Teile der Fans gingen bereits zum Gleis, andere versorgten sich mit Getränken, oder gingen nochmal auf den Bahnhofsvorplatz. Die Situation war auch hier entspannt, gegnerische Fans waren ebenfalls nicht vor Ort.

Zur Eskalation kam es dadurch, dass sich ein gewisser Teil der Fans schon auf dem Gleis befand, eine größere Gruppe jedoch noch in der Bahnhofshalle verweilte. Aus unverständlichen Gründen wurde diese Gruppe nicht zum Gleis zu den wartenden Fans gelassen, der Aufgang wurde stattdessen unsinnigerweise durch eine Polizeikette versperrt. Gleichzeitig liefen weitere Polizisten von hinten an die Gruppe heran und drängten sie in Richtung des versperrten Aufgangs. Es entstand eine unvermeidliche Drucksituation, die Stimmung heizte sich auf und binnen Sekunden fingen die Polizisten an, mit Knüppeln auf die Fans einzuschlagen. Es kann nur von einer gewollten und bewusst herbeigeführten Eskalation gesprochen werden. Auch Augenzeugenberichte von Personen, die mitbekamen, wie sich die Einheit für den Einsatz "einstimmte", legen dies nah.

Die Situation schien sich zunächst wieder etwas zu beruhigen, doch die Polizisten blieben weiterhin beleidigend und provozierend. Wenige Minuten später öffneten sie die irrsinnige Absperrung und die Fans konnten zu den wartenden Fans. Als die Fangruppe sich nach oben begab, kam es zu Wortgefechten zum Sinn der Maßnahme, welche in einem weiteren Gewaltexzess der Polizisten gipfelte: Fans lagen am Boden und wurden abgeschirmt brutal verprügelt, so dass der Boden des Bahnhofs übersät war mit Blutspuren. Die Polizisten trieben die Fans die Treppe nach oben, wobei es dann auch zu massiven Reaktionen der Eintracht-Fans kam. Dieser Teilausschnitt der Vorfälle findet sich dann auch in den Polizeiberichten wieder. Im Bereich des Aufgangs zum Gleis sowie im Gleisbereich spielten sich nun Jagd- und Prügelszenen ab.

Einige Polizisten äußerten offen ihre Freude an Faust- und Knüppelschlägen. Im Schutze der fehlenden Kennzeichnung sowie der Sturmhauben konnte sich diese Einheit, nicht zum ersten Mal, in einen wahren Gewaltrausch steigern. Letzten Endes wichen die Fans zurück und die Polizei positionierte sich auf dem Gleis. Der nun ankommende Zug wurde bestiegen und die Polizei begleitete diesen.

Im Zug setzten sich die Provokationen weiter fort. Einzelne Gruppen junger Polizisten liefen immer wieder durch den Zug, beleidigten und provozierten Eintracht-Fans, bedrohten sie mit Schlägen und nutzen verbale Reaktionen, um diese sofort anzuzeigen. Dies wurde durch einige junge Beamte offen geäußert, die durch den Zug liefen und Dinge von sich gaben wie „Wir finden schon noch ein paar Dumme, die sich anzeigen lassen“. Hierbei kam es zu teils massiven Übergriffen auf Fans. Sogar Fans, die andere Verbindungen genommen hatten und – beispielsweise in Köln – in diesen Zug einsteigen wollten, wurden mit Worten wie „Komm ruhig rein, dann kann ich dir gleich in die Fresse hauen“ begrüßt. Sogar ein Mitarbeiter des Frankfurter Fanprojekts wurde bei seinen Vermittlungsversuchen durch die Einsatzkräfte verletzt. Diese für ihre skrupellose Gewalttätigkeit berüchtigte Einheit fiel nicht zum ersten Mal negativ auf.

Anzeigen gegen Polizisten werden leider als das angesehen, was sie sind: aussichtslos. Da die Pressemeldung der Polizei, wie gewohnt, nur dazu dient, das polizeiliche Fehlverhalten zu rechtfertigen, sehen wir uns gezwungen, uns dazu zu äußern. Wir sind uns dabei bewusst, dass dies nichts ändern wird, weder wird Kritik an Polizeieinsätzen als gerechtfertigt angesehen, noch wird dem im Regelfall geglaubt. Zu einer Änderung des polizeilichen Verhaltens wird es natürlich nicht kommen, da an dieser Stelle keine Fehlerkultur herrscht, sondern ein absurder und undemokratischer Korpsgeist. Unterstützt wird dies durch Lobbyisten aus Politik und Polizeigewerkschaften, die immer wieder ernsthaft behaupten, die geringe Verurteilungsquote deutscher Polizisten bei Anzeigen sei ein Beweis für deren gute Arbeit. Diese Handhabung befördert, nicht nur bei Fußballfans, ein Klima der Ablehnung, des Hasses und provoziert Gewalt. Vorfälle wie der am Wochenende konterkarieren ebenso jegliche Versuche einer zielgerichteten Fanarbeit, welche Gewaltprävention zum Ziel hat.

Diese völlig unnötige und gewollte Eskalation lässt uns ratlos zurück, da wir eine weitere Abgrenzung der Fußballfans von der Polizei sehen.

Zweifellos kam es in Folge der gewollten Eskalation auch zu Gewalt der Fans. Im Zuge der einseitigen Berichterstattung der Polizeipresse und der Ausmaße dieses Vorfalls wäre es jedoch völlig grotesk, diese Reaktionen in einem besonderen Maße anzuprangern; so wie die bundesweiten Fanorganisation immer wieder versuchen auch selbstkritisch zu argumentieren, leider exklusiv.

Da gewalttätige Polizisten grundsätzlich gedeckt werden und die Gewalt einiger Einheiten eine selbstverständliche Systematik erreicht hat, können wir nichts tun, als dies anzuprangern und vor einem weiteren Aufschaukeln der Situation mit einem erheblichen Anstieg der Ablehnung des Hasses gegenüber der Polizei zu warnen. Wir sind nicht so blauäugig, zu fordern, dass die Voraussetzungen für faire Ermittlungen gegen gewalttätige Polizisten endlich geschaffen werden, dies ist ein Kampf gegen Windmühlen, dabei wäre es eine echte Chance das verlorenengegangene Vertrauen in der Bevölkerung ein Stück weit zu erneuern.

Das Auftreten dieser Einheit erinnerte an längst überwunden geglaubte Formen paramilitärischer Kampforganisationen, die auf eine besonders perverse Art und Weise ihre Macht ausnutzen. Das Gefühl der Hilflosigkeit, mit dem dieser Einsatz die Fans zurückließ, der Gewalt ausgeliefert zu sein, ohne dagegen vorgehen zu können, macht uns große Sorgen. Uns wundert die absurde Berichterstattung der Polizeipresse nicht einmal mehr, wir erwarten kein Schuldeingeständnis, nicht einmal eine minimale Geste. Derartige Einheiten werden weiterhin gedeckt und durch die fehlende Fehlerkultur in ihrem Tun bestärkt. Das resultierende Klima wird es jedoch sein, welches die Arbeit für eine positiv besetzte Fankultur maßgeblich erschwert.

Der Nordwestkurve-Rat am 17.03.2016