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Hartes Erwachen

Stell dir vor, du hast einen guten Freund oder eine gute Freundin die viele Kilometer entfernt wohnt. Du siehst die Person nicht oft, bleibst aber immer im Kontakt. Ab und zu ein Telefonat oder von Zeit zu Zeit ein paar SMS. Man tauscht sich aus über die Erlebnisse des vergangenen Wochenendes, bespricht private und berufliche Dinge oder sucht einen Rat. Dummgebabbel gehört natürlich auch dazu. Eine normale Freundschaft eben.

 

Diese Freundschaft wird jäh erschüttert, wenn dir völlig nichts ahnend mitgeteilt wird, dass der Staat all diese Gespräche abgehört und all die Nachrichten mitgelesen hat. Du erfährst es jetzt auf gleich durch einen Brief der Staatsanwaltschaft einer weit entfernten Stadt. Du verstehst die Welt nicht mehr.

 

Das Szenario wirkt wie aus einem Verschwörungsfilm, ist aber traurige Realität. Es betrifft die Fanfreundschaft zwischen Fans von Eintracht Frankfurt und Chemie Leipzig. Denn: Einen solchen Brief von der Staatsanwaltschaft hatten in den vergangenen Tagen mehrere Leute aus Frankfurt im Briefkasten. Weitere dieser Art werden wohl folgen. Inhalt des Briefes ist die Info darüber, dass man im Rahmen der TKÜ-Maßnahmen in Leipzig mit abgehört wurde. TKÜ steht dabei für Telekommunikationsüberwachung.

 

Um das Zustandekommen der TKÜ zu erklären, muss etwas ausgeholt werden.

Zunächst gab es ein Verfahren, das schon 2013 begonnen hatte. Leute aus der linken Szene in Leipzig wurden nach diversen Übergriffen auf Nazis verdächtigt, eine kriminelle Vereinigung nach Paragraph 129 Strafprozessordnung gebildet zu haben. Darunter waren auch Leute aus der Fanszene von Chemie. Sie alle wurden abgehört, was zu einem mittelschweren Skandal führte, da unter anderem auch das Leipziger Fanprojekt überwacht wurde – wegen seiner Arbeit mit Fußballfans. Auch Journalisten und andere so genannte Berufsgeheimnisträger wie Anwälte und Ärzte waren betroffen – weil sie vollkommen arglos mit den Personen telefoniert hatten. Das Verfahren wurde 2016 eingestellt.

Bei der Einstellung liefen bereits drei weitere Ermittlungsverfahren. Nun auch explizit gegen die Diablos und die Ultrà Youth von Chemie, die naturgemäß jede Menge freundschaftliche Verhältnisse nach Frankfurt haben. Ihnen wurde zur Last gelegt, dass sie eine kriminelle Vereinigung darstellen. Alle gruppentypischen Handlungen wurden dahingehend gedeutet. Beispiele dafür sind: regelmäßige Treffen = Bildung einer kriminellen Vereinigung; Rund-SMS = Beleg für geheime Vorgehensweisen; der traditionelle Chemie-Weihnachtsmarkt in Kooperation mit dem Verein = Geldbeschaffung für illegale Aktivitäten. Alles hanebüchen, alles Blödsinn, alles haltlos. Am 20. Juni wurden deshalb die Verfahren eingestellt.

 

Im Zuge der Verfahrenseinstellung bekamen mehrere Frankfurter Post. Post, weil man mit Menschen Kontakt hatte, gegen die erfolglos wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wurde. Ist die Schikane nicht schon skandalös genug, erschreckt die Reichweite der Untersuchung umso mehr. Ohne stichhaltige Beweise zu haben, wurden Leute aus unserer Mitte, aus unserer Kurve Opfer des Ermittlungswahns. Ein einfacher Kontakt nach Leipzig reicht aus, um ins Fahndungsraster zu geraten. Die Privatsphäre, das oberste persönliche Gut, wird ohne expliziten Verdacht aufgehoben.

 

Die Farce in Leipzig zeigt, dass wir alle betroffen sind. Zwar könnte man in Frankfurt sagen, weit weg und das betrifft uns ja nur am Rand. Doch was ist, wenn die Praktiken auch in Frankfurt Anwendung finden? Das Beispiel aus Leipzig zeigt eindrucksvoll, dass ein Kontakt reicht um Teil einer Ermittlung zu werden und wie sehr geltendes Recht gebeugt werden kann. Gerade dem Versuch die staatliche Repression auszuweiten, gilt es entgegen zu treten. Nicht alle Vorgehensweisen der Ermittlungsbehörden sind legitim und einfach so abzunicken.

Einmal mehr möchten wir euch also darauf hinzuweisen, dass alles was ihr tut, speziell in der elektronischen Kommunikation, im Fokus stehen kann. Speziell als Fußballfan sind wir schon lange weg von der Annahme, dass man für eine absurde Überwachung auch nur ansatzweise irgendwelche Gesetze gebrochen haben muss.

 

Stellungnahme Aktive Fanszene Montag RB NACH DEM SPIEL


Die Fanszene von Eintracht Frankfurt:

Nun ist es vorbei, das erste Montagsspiel.

Was bleibt?


Ein beeindruckendes Zeichen, das von allen Gruppen und Institutionen unserer Fanszene geplant und organisiert wurde. Ein friedliches Zeichen, das deutlich gemacht hat, dass wir Montagsspiele nicht wollen. Ein mahnendes Zeichen, das auch als Warnung verstanden werden darf: Bis hierhin und nicht weiter!


„Denn letztlich spielen wir Fußball für uns und auch für die Fans.“ [Niko Kovac]

 

 

Der Nordwestkurve-Rat
Fan- und Förderabteilung Eintracht Frankfurt e.V.
Eintracht Frankfurt Fanclubverband e.V.
Ultras Frankfurt 1997

Gemeinsames Statement zu Montagsspielen

 

Die Fanszene von Eintracht Frankfurt:
Nur noch wenige Tage, dann spielt unsere Eintracht gegen den Red-Bull-Ableger aus Leipzig. Leider wird aus der Nordwestkurve an diesem Montag nicht die gewohnte Unterstützung kommen können. Darüber werden wir natürlich auch noch mit der Mannschaft sprechen. Denn für uns geht es an diesem Tag um mehr als Tore und Punkte.


Es geht um die Frage: Was sind wir als Fußballfans noch bereit, mitzumachen?


Wir als Fanszene von Eintracht Frankfurt sind uns einig: Montagsspiele gehören nicht dazu! Und deswegen werden wir den Protest ins Stadion tragen. Wir dürfen nicht einfach draußen bleiben.
Wir dürfen auch nicht einfach nur den Gesang verweigern, um keine vermarktungsfähige Kulisse für dieses Spiel zu bieten.
Wir müssen klar machen, was uns nicht passt.


Alle Eintracht-Fans – egal, wo sie im Stadion stehen oder sitzen – sind daher aufgerufen, ihr Anliegen auf Tapete oder Stoff zu malen. Macht den Verantwortlichen deutlich, was ihr von Montagsspielen haltet!


Verband und Vereine sind offenbar bereit, unsere Interessen jedem noch so geringen finanziellen Vorteil zu opfern. Wenn sie ein paar Euro mehr in den Taschen haben, ist es ihnen egal, dass wir uns für Montags-Auswärtsspiele Urlaub nehmen müssen und unser soziales Gemeinschaftsleben, das insbesondere vor und nach den Spielen stattfindet, bedroht ist. Die bestmögliche Vermarktung hat oberste Priorität. Wenn wir diese Entwicklung nicht rechtzeitig stoppen, wird es die Stimmung, wie wir sie kennen, über kurz oder lang gar nicht mehr geben. Soll das die Zukunft unseres geliebten Sports sein?


Wir in Frankfurt kennen die Antwort: NEIN!



Und das werden wir am kommenden Montag deutlich zeigen.

 



Der Nordwestkurve-Rat
Fan- und Förderabteilung Eintracht Frankfurt e.V.
Eintracht Frankfurt Fanclubverband e.V.
Ultras Frankfurt 1997

Nordwestkurve Frankfurt e.V. zum Thema Montagsspiele

Gude Eintracht-Gemeinde,

mit der Einführung der Montagsspiele in der Bundesliga wird endgültig deutlich, dass sich DFL, DFB aber auch die Clubs immer weniger um die Interessen und Wünsche der Fans scheren.

Bisher haben wir zugegebenermaßen zu viele Zumutungen ertragen, wenn auch mit Meckern und Protesten, aber dennoch: Wir sind montags nach Dresden gefahren, sonntags nach Cottbus, wir haben sonntagabends Hunderte Kilometer auf den Autobahnen verbracht; wir hatten Heimspiele unter der Woche um 17:30 Uhr in der zweiten Liga oder Pokalspiele wochentags um 18:30 Uhr.

Mit den Montagsspielen in der Bundesliga ist nun allerdings für uns der Gipfel erreicht!
Zwei Dinge werden angeführt als Grund der Einführung dieses Termins. Zum einen sollen die Europacupteilnehmer entlastet werden, zum anderen geschehe das zum Wohle der Amateurvereine, die ihren traditionellen Sonntags-Spieltag mehr denn je gefährdet sehen. Beides ist absurd. Hochbezahlten Profis sollte es möglich sein, nach einem Spiel am Donnerstag auch am Sonntag wieder anzutreten. Der Wunsch der Amateure ist mehr als nachvollziehbar. Als Konsequenz aber dann ein Spiel auf Montagabend zu legen, anstatt einfach zwei oder mehr Spiele am Sonntag parallel stattfinden zu lassen, auch wenn dann die Fernsehsender nicht alles exklusiv übertragen können - auf diese Idee kommt bei den Verbänden und in den Vorstandzimmern der Vereine natürlich niemand. Stattdessen gibt es zusätzlich zu den fünf Montagsspielen auch noch fünf zusätzliche Termine am Sonntag um 13.30 Uhr. Das war sicher auch ein Herzenswunsch der Amateurvereine.
Es ist also klar, worum es tatsächlich geht: um eine Profitmaximierung zu Lasten der Zuschauer im Stadion – bzw. derer, die auf den Stadionbesuch montags notgedrungen verzichten müssen.
Es passt ins Bild, dass die Eintracht ausgerechnet gegen die Marketingabteilung der Taurinabhängigen ihr erstes Spiel an diesem absurden Termin bestreiten wird – ein Konzern, der alles dafür tut, um sein Produkt zu vermarkten und keinen Gedanken an Regeln, gewachsene Strukturen geschweige denn Faninteressen und -kultur verschwendet.
Wir haben nicht vor, der DFL als stimmungsvolles Klatschvieh eine farbenfrohe und lautstarke Kulisse zu liefern und so die wirksame Vermarktung ihres Produkts Bundesliga zu ermöglichen.
Lasst uns den Verantwortlichen für diesen Unfug zeigen, dass es Grenzen gibt, die zu übertreten wir nicht einfach so hinnehmen werden.
Wir können durchaus Druck ausüben auf die Spielplangestaltung, und zwar so viel, dass die schlimmsten Auswüchse (hier die Montagsspiele in der 1. Bundesliga) vielleicht sogar wieder rückgängig gemacht werden.
Aber das funktioniert nicht, wenn wir wie die Lemminge allem hinterherrennen und stillschweigend akzeptieren.

Wir appellieren daher an alle Eintracht Fans, ihre Fahnen, Banner und Zaunfahnen zu Hause zu lassen und auf die Unterstützung unserer Mannschaft zu verzichten, auch wenn es schwer fällt, zumal die Jungs eine großartige Saison spielen!

Wir müssen alle gemeinsam gegen diese Schikanen angehen, um für unsere Interessen und unsere Fankultur zu kämpfen.
Denn wenn wir uns jetzt nicht wehren, wird auch dieser Zug bald abgefahren sein!

Der Nordwestkurve-Rat

Mitgliedschaft 2018 und Wintergrillen

GudeNordwestkurve,

hiermit laden wir euch zu unserer ersten Veranstaltung im neuen Jahr ein: dem Wintergrillen im Fanhaus Louisa am Samstag, 13. Januar 2018, nach dem Heimspiel gegen Freiburg (Anpfiff 15:30 Uhr).

Als besondere Gäste begrüßen wir diesmal Fredi Bobic und einen Spieler der aktuellen Mannschaft. Wir sind gespannt darauf, was die Beiden zu erzählen haben.

Ihr könnt euch an diesem Tag auch erstmalig die neue Jahresmitgliedschaft für 2018 sichern. Für die aktive Fanszene sollte es obligatorisch sein, sich diese Mitgliedschaft zu sichern. Ihr habt dadurch keinerlei Verpflichtungen, die Kosten sind überschaubar, ihr unterstützt dieKommunikation und Vernetzung innerhalb der Fanszene, die Vertretung eurer Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und der relevanten Institutionen und ihr habt die Möglichkeit mit zu bestimmen, wer eure Vertreter sind. Es gibt zwar keine Ermäßigung auf Fanartikel oder Eintrittskarten, dafür eine gehörige Portion Einfluss auf die Entwicklung der Rahmenbedingungen für unsere Fanszene.
Der Preis bleibt unverändert bei 5Euro und Ihr erhaltet dieses Jahr ein Mini-Autotrikot dazu.

Ab dem ersten Heimspiel der Rückrunde könnt Ihr dann wie gewohnt am Fanabteilungs-Stand vor Block 32 und am Container die Jahresmitgliedschaft 2018 erwerben.
Bringt, wie immer, im besten Fall einen leserlich ausgefüllten Antrag mit. Diesen findet ihr hier:
http://nordwestkurve.net/NWK_Anmeldung_2018.pdf

Wie in den letzten Jahren bieten wir auch wieder eine Anmeldung per E-Mail an. Wer dies in Anspruch nehmen möchte, sendet bitte den ausgefüllten und unterschrieben Antrag an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und überweist parallel sieben Euro (Beitrag zzgl. Material- und Portokosten) auf folgendes Konto:

Nordwestkurve Frankfurt e.V.
IBAN: DE53 5105 0015 0140 2733 43
Verwendungszweck: Mitgliedschaft 2018

Ihr erhaltet euren Ausweis und eurer Mini-Trikot dann per Post nach Zahlungseingang.


Wir hoffen ihr kommt gut ins neue Jahr. Wir sehen uns am 13.Januar 2018 im Fanhaus Louisa!


Euer Nordwestkurve-Rat

Versammlung und Wahl 2017

Liebe Fördermitglieder, 

hiermit laden wir Euch zur satzungsgemäßen Versammlung der Fördermitglieder des Nordwestkurve Frankfurt e.V. am Samstag, den 21. Oktober 2017 vor dem Dortmund-Spiel ein. 

Ort: Fanhaus Louisa 
Beginn: 11:00 Uhr


Die Tagesordnung besteht vorläufig aus folgenden Punkten: 
1.) Bericht des Nordwestkurve-Rats über die abgelaufene Amtszeit 
2.) Aussprache über den Bericht 
3.) Entlastung der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats 
4.) Neuwahl der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats 
5.) Verschiedenes 

Auf drei Punkte unserer Satzung, welcher die Durchführung der Versammlung und insbesondere die Wahlen der einzelnen Mitglieder des Nordwestkurve-Rats betreffen, wollen wir auch in diesem Jahr besonders hinweisen: 
1. Laut Satzung (§ 9 Abs. 5) soll der Nordwestkurve-Rat in der Regel aus elf Mitgliedern bestehen und muss mindestens sieben Mitglieder haben. Mitglied des Nordwestkurvenrats kann jedes Fördermitglied werden, das seine Kandidatur spätestens zwei Wochen vor der Versammlung der Fördermitglieder beim noch amtierenden Nordwestkurvenrat schriftlich oder per E-Mail eingereicht hat. Wer also Interesse an einer Mitarbeit im Nordwestkurve-Rat hat, muss uns dies bis spätestens 07. Oktober 2017, am besten per E-Mail an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , mitgeteilt haben. Es würde uns sehr freuen, wenn sich aus der Mitgliedschaft möglichst viele Leute einbringen, schließlich soll der Nordwestkurve-Rat breit aufgestellt sein und unsere Fanszene in Ihrer Gesamtheit abbilden. 
2. Die o.g. Tagesordnung ist noch vorläufig, weitere Punkte können nach § 9 Abs. 3 unserer Satzung in die endgültige Tagesordnung aufgenommen werden. Dort ist geregelt: „Anträge von Fördermitgliedern sind in die endgültige Tagesordnung der Versammlung aufzunehmen, wenn sie spätestens zwei Wochen vor der Versammlung schriftlich beim Nordwestkurve-Rat eingereicht sind und von mindestens fünf Fördermitgliedern durch Unterschrift unterstützt werden“. Etwaige Anträge zur Tagesordnung müssen uns ebenfalls bis spätestens 07.Oktober 2017 erreicht haben.
3. Stimm- und Rederecht bei der Versammlung der Fördermitglieder genießen alle Mitglieder, die bis spätestens 30. April des laufenden Jahres ihre Fördermitgliedschaft erworben haben (§ 9 Abs. 3 der Satzung). Das Stimm- und Rederecht kann nur persönlich ausgeübt werden; die Vertretung eines nicht anwesenden Fördermitglieds ist, auch mit Vollmacht, nicht zulässig. Mitglieder, die erst nach dem 30. April die Fördermitgliedschaft erworben haben, können selbstverständlich ebenfalls kommen und der Versammlung beiwohnen.

Bitte denkt daran, euren Mitgliedsausweis oder einen Personalausweis zur Mitgliederversammlung mitzubringen!


Infos zur Anreise findet ihr hier: http://www.fanprojekt-frankfurt.de/inde ... d=anfahrt0

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung bei der Veranstaltung. 

Frankfurt, den 22. September 2017 

Der Nordwestkurve-Rat

Offener Brief an Peter Beuth

Lieber Peter Beuth,

es ermüdet uns, dass wir immer wieder verschiedene Innenminister für ihre unsinnigen Wahlkampfäußerungen kritisieren müssen. Die Rolle des Innenministers scheint aber leider prädestiniert für unsinnige Maßnahmenforderungen, wie nun die Ihre, in der Sie plakativ den „Führerscheinentzug für Randalierer“ fordern.

Damit fangen Sie vielleicht die Personen ein, die sich auch von der unfassbar peinlichen Hetzkampagne der Bild-Zeitung einfangen lassen. Mehr als das offenbaren Sie damit jedoch absolute Ahnungslosigkeit vom Thema Fußballgewalt. Wir glauben aber auch gar nicht, dass dies Ihre Absicht war. Die aufgestachelte Öffentlichkeit erreicht man aber offenbar mit den dümmsten Maßnahmenforderungen: Abschaffung der Stehplätze, personalisierte Tickets oder andere Themen vieler Dampfplauderer, meist aus den hinteren Parlamentsreihen, die sich nicht die Mühe machen möchten, sich mit den Themen, zu denen sie sich äußern, auch ernsthaft zu beschäftigen.

Um ein paar Dinge festzuhalten:
Weiterhin wird der Stadionbesuch sicherer und sicherer, das Sicherheitsempfinden der Personen, die regelmäßig ein Stadion besuchen, wird immer größer. Das Sicherheitsempfinden des Zuschauers vor dem Fernseher läuft allerdings in die entgegengesetzte Richtung, dafür tragen auch Personen wie Sie eine Mitverantwortung!

Ihr peinliches Wahlkampfgetöse lässt übrigens niemanden der Beteiligten von dem Weg abkommen, dass der Kampf gegen Fußballgewalt im Rahmen von direkter und langfristig angelegter Fanarbeit erfolgen muss, so sehr Ihre fortwährenden Äußerungen diese Arbeit auch torpedieren mögen.

Leider müssen wir wohl damit rechnen, dass Sie nach dem nächsten Vorfall in irgendeinem Stadion wieder die Möglichkeit wittern, in die Medien zu kommen.
Bis dahin empfehlen wir Ihnen, sich ein wenig Expertise zum Thema anzueignen, wahlweise könnten Sie sich auch um die Bekämpfung der Korruption im Fußball kümmern, sofern das für Sie Priorität besitzt.

Ihr Nordwestkurve-Rat

Grindel macht ernst – Kollektivstrafen ade?

Kollektivstrafen sind nichts anderes als Sippenhaft. Eine unverhältnismäßige Strafe, die wir schon lange anprangern. Mit Erstaunen und Freude haben wir deshalb die Empfehlung zum Verzicht auf Kollektivstrafen von DFB-Präsident Reinhard Grindel zur Kenntnis genommen. Nachdem die erste Euphorie verflogen war, drängten sich allerdings Fragen auf:

• Ist die Rechtsprechung vom DFB nicht unabhängig?
• Wieso gilt die Empfehlung nur bis auf Weiteres?
• Gibt es einen Sinneswandel beim DFB oder ist der Vorstoß doch nur wieder von finanziellen Interessen für das Produkt
Fußball geprägt?

Eines mag vielleicht etwas untergegangen sein: Der DFB verzichtet nicht ab sofort komplett auf Kollektivstrafen. Tatsächlich handelt es sich lediglich um eine Empfehlung des DFB an seinen Kontrollausschuss, der die Funktion der „DFB-Staatsanwaltschaft“ inne hat. Das Sportgericht des DFB - wie auch Grindel in seiner Erklärung betont - urteilt formal unabhängig.

Einfluss nehmen kann der Präsident trotzdem. Sofern ein Gnadengesuch vorliegt, kann er ein Urteil aufheben bzw. abändern. Konsequenterweise hat Grindel deshalb Hansa Rostock öffentlichkeitswirksam begnadigt und die Komplett-Ausschlüsse gegen den 1. FC Magdeburg und Carl Zeiss Jena aufgehoben. Interessant was möglich ist, wenn man etwas will. Oder wenn man Sorgen hat, dass die Strafe erneut ins Lächerliche gezogen wird, weil die Rostocker Fanszene schon längst 1000 Karten für das Spiel in Magdeburg besorgt hatte.

Der bisher in erster Linie als Scharfrichter in Erscheinung getretene Vorsitzende des Sportgerichts, Hans E. Lorenz, ist an die Empfehlung nicht gebunden. Zum Glück ist davon auszugehen, dass er den Ratschlag im vorauseilenden Gehorsam bis auf Weiteres (Widerruf) befolgt. Denn die im deutschen Rechtswesen übliche Gewaltenteilung und unabhängige Justiz kennt der mächtigste deutsche Sportverband bisher nicht. Vielmehr ist der DFB für die ergebnislose Aufarbeitung von einer Vielzahl an Korruptionsfällen und ein Sportgericht mit mindestens rechtlich zweifelhaften Praktiken bekannt.

Das Angebot des DFB ist dabei keine Einbahnstraße. Reinhard Grindel verknüpft sein Angebot mit einer Gegenleistung, einem Verzicht auf Gewalt. Ganz so, als habe es die Kollektivstrafen bisher nur für Gewaltausbrüche im Stadion gegeben. Und nicht etwa für den Einsatz von Pyrotechnik, der ganz augenscheinlich vom DFB immer noch als Gewaltakt angesehen wird. Oder für Spruchbänder. 

Und somit bleibt die Frage offen, ob die Ankündigung ein Lippenbekenntnis ist oder der DFB tatsächlich vom Prinzip der Sippenhaft abkommt. Der von vornherein hilflos anmutende Versuch der Sippenhaft hat zu keinerlei Verbesserung geführt. Im Gegenteil: Es ist ein bundesweiter Solidarisierungseffekt entstanden, der weit über die aktiven Fans hinaus geht und von der überwiegenden Mehrheit der Zuschauer getragen wird.

Für uns ist diese Art der Bestrafung damit ähnlich krachend gescheitert wie die Versuche der Pädagogik aus den 50er Jahren (Rohrstock, Knute und Nachsitzen im Klassenzimmer).

Und selbst wenn das Thema Kollektivstrafe aus der Welt geschafft ist, wartet schon das nächste Thema: Stadionverbote. Ist es endlich möglich, dass die Stadionverbote nicht mehr auf Empfehlung und Vermutung verhängt werden, sondern nur nach individueller Anhörung und Prüfung? Aber eins nach dem anderen.

Fest steht, dass wir die Ernsthaftigkeit des DFB an den Taten und nicht an den Worten messen werden. Denn: Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber!

Nordwestkurve-Rat
August 2017

RB Leipzig - Die Ausgeburt der Kommerzialisierung

Kaum eine Sportart bewegt so viele Menschen wie der Fußball. Die Palette reicht von Hobbykickern bis zu Profisportlern. Neben den Spielern gehören die Macher, Förderer und Fans dazu, die viel Zeit, Energie und/oder Geld für Ihren Verein einbringen. Zusammenfassend lässt sich festhalten: Fußball ist ein Sport für alle und kein Spielball der Industrie.


In Kürze ist es soweit und die launische Diva, Eintracht Frankfurt, spielt das erste Mal gegen das Werbeprodukt aus Leipzig. RB Leipzig ist der neuste Retortenclub in der Bundesliga, wobei es RB hinbekommt, sich von den bestehenden Retortenclubs abzugrenzen - negativ versteht sich.
„SGE, wir sind da, jedes Spiel, ist doch klar…“ Mit diesen Zeilen aus einem schon lange nicht mehr gesungenen Lied könnte man den Umgang der Frankfurter Fanszene mit der Causa Red Bull abhandeln. Damit ist dann auch die Katze aus dem Sack: Die Fans der Eintracht werden ins Zentralstadion fahren. Aber natürlich ist es so einfach nicht getan. Dafür sorgt die Diskussion um den richtigen Umgang mit RB Leipzig für viel zu viel Wirbel und ist das Thema auch einfach viel zu wichtig.

 


Die Gründe, warum sich die Frankfurter Fanszene entschieden hat, das Spiel zu besuchen, sind zum einen in einem gewissen Realismus zu finden. Denn ehrlich gesagt: Ein Boykott der Spiele bringt nichts. Die Konsumenten werden trotzdem hingehen, viele Eintracht-Fans aus den neuen Bundesländern freuen sich über eine kurze Fahrt, eine differenzierte mediale Auseinandersetzung mit den Motiven wird aller Voraussicht nach nicht stattfinden. Kurz: Das Produkt RB wird dadurch keinerlei Schaden nehmen. Nun kann man natürlich schon die vermeintlichen Puristen und Romantiker schreien hören: "Idealismus ist doch aber wichtiger als Realismus." Und das stimmt. Pure Vernunft darf niemals siegen. Aber vielleicht sollte man sich einfach mal fragen, wie viel Idealismus denn gerade von den RB-Boykottierern in anderen Lebensbereichen an den Tag gelegt wird. Schaut doch mal, wie viele von denen auf der nächsten Auswärtsfahrt zu McDonald’s rennen, ein Konto bei der Deutschen Bank unterhalten oder bei H&M einkaufen. Und wie viele sich beim nächsten Auswärtsspiel in Frankfurt Geld auf die Bezhalkarte laden. Um es mit einem großen Frankfurter Bub zu sagen: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Idealismus gegen RB in allen Ehren, er muss dann aber auch mit Leben gefüllt werden.

Damit wären wir beim zweiten Grund: Ist RB es überhaupt wert, boykottiert zu werden und dadurch weitere Aufmerksamkeit zu bekommen? Ist RB am Ende nicht einfach nur ein extrem widerwärtiges Symptom eines durch den Kapitalismus eh schon durch und durch kaputten Fußballs? Macht es nicht erst die seit Jahren im Fußball-Business voranschreitende Kommerzialisierung mit all ihren Begleiterscheinungen – hohe Ablösesummen, horrende Gehältern, abnormale Summen an Fernsehgeld, ausverkaufte Stadien, aber auch höhere Eintrittspreisen, Angriffe auf die Stehplätze und Repression gegen kritische Fanszenen – einem Dietrich Mateschitz schmackhaft, seinen Einstieg in das Game voranzutreiben? Ein Game, das schon so viele Player kaputt gemacht haben, bevor es in Salzburg mit dem RB-Fußball überhaupt losging?

Nun auf einmal in Red Bull allein das personifizierte Böse zu sehen, bei allem anderen aber artig zu klatschen – das wäre heuchlerisch. Und da wären wir wieder beim Idealismus. Eine fundierte Kritik muss das große Ganze im Auge behalten. Der Irrglaube, eine Verdrängung von Red Bull aus dem Fußball würde die Probleme als ungemütliche und mündige Fanszene lösen, ist romantisch naiv! Und deshalb fährt die Fanszene Frankfurt hin. Denn unser Ideal heißt Eintracht Frankfurt. Und dieses Ideal wird am 21. Januar im Leipziger Zentralstadion unterstützt. Dabei werden Emotionen verspürt, die der geneigte RB-Anhänger nie in seinem verschissenen Leben verspüren wird. Weil ihm ein vergleichbares Ideal fehlt. Das Ideal Eintracht Frankfurt lässt einen aber natürlich nicht kritiklos durch die Welt spazieren. Selbstverständlich finden wir Red Bull scheiße. Und so sehr es sich auch erst einmal um eine weitere Ausgeburt des modernen Fußballs handelt, steht RB schon auf einer eigenen Stufe. Denn auf der einen Seite haben wir die seit vielen Jahren existierenden Vereine - mit über Generationen gewachsenen Strukturen, mit vielfältigen und kreativen Fanszenen und mit einem Vereinsleben, welches insbesondere bei den mit enormer Integrationskraft ausgestatteten Fußballvereinen eine ganz besondere soziale und gesellschaftliche Funktion erfüllt. Und natürlich gieren auch deren Vorstände nach Gewinnmaximierung. So, wie es die Welt, in der sich die Profisportvereine bewegen, nun einmal leider erfordert. Ob man das nun mag oder nicht.

Aber im Gegensatz zu RB gibt es bei den Traditionsvereinen eine Vereinsstruktur, die auf eine lange Tradition zurückblickt, die immer ein wachsames Auge auf aktuelle Entwicklungen hat und notwendige Kämpfe führt - im Kampf gegen die 50+1-Regel oder sonstige Angriffe auf die Grundlagen einer lebendigen Fankultur.

RB aber wurde einzig aus dem einen Grund - der Gewinnmaximierung - ins Leben gerufen. Es hat die allherrlichen deutschen Fußballinstanzen in persona von DFB und DFL vorgeführt, indem die Winkeladvokaten von Red Bull (Milliardenkonzern) die richtigen Hebel gefunden haben. Zur Erlangung der Lizenz gab es Auflagen wie die Steigerung der Mitgliederzahlen oder die Entfremdung des Vereinslogos vom Red Bull-Logo. Die Nachhaltung der Auflagen ist ein Witz. Denn Red Bull hat alle Versuche im Keim erstickt, die Entwicklung eines breit angelegten Vereinslebens zu ermöglichen. Hier kann man folglich gar nicht trennen zwischen den am Business aktiv mitmachenden Repräsentanten und den Idealisten, die den hohen Wert eines Vereins verkörpern. Im Fall von RB gibt es nur die eine Seite, weil diese Grundlage der ganzen Existenz ist. So ist es in Salzburg, so ist es in New York, so ist es in Leipzig. So wird es überall sein, wo sich RB einnistet. Das gleiche Phänomen liegt beim Vereinslogo vor. Trotz langem hin und her und der eindeutigen Auflage unterscheidet sich das Vereinslogo kaum von dem allseits bekannten Red Bull-Logo.

Jeder kann sich sicher sein, dass die Fanszene Frankfurt nicht mit Kritik an Red Bull und seinen Bestrebungen, im Fußball Fuß zu fassen, sparen wird. Gerade weil wir wissen, dass es in Leipzig auch noch echten Fußball gibt. Und Red Bull kann sich sicher sein, dass es niemals als einer von vielen „normalen“ Gegnern akzeptiert wird. All das wird am 21. Januar im Zentralstadion zum Ausdruck gebracht.

 

Der Nordwestkurve-Rat

Mitgliedschaft 2017 und Wintergrillen

Gude Nordwestkurve,

am 14. Januar 2017 ist es wieder soweit!
Wir laden Euch zum Wintergrillen im Fanhaus Louisa ein.
Los geht es um 16:00 Uhr.

Wir freuen uns, Manni Binz und einen Überraschungsgast zu begrüßen und sind sicher, dass es einiges zu erzählen gibt.

Die neue Jahresmitgliedschaft für 2017 könnt Ihr Euch an diesem Tag ebenfalls sichern. Der Mitgliedsbeitrag beträgt unverändert fünf Euro und Ihr erhaltet in diesem Jahr einen praktischen Turnbeutel dazu.
Für die aktive Fanszene sollte es obligatorisch sein, den Nordwestkurve e.V. als Mitglied zu unterstützen.
Ihr habt dadurch keinerlei Verpflichtungen, die Kosten sind überschaubar, Ihr unterstützt die Kommunikation und Vernetzung innerhalb der Fanszene, die Vertretung Eurer Interessen gegenüber der Öffentlichkeit und der relevanten Institutionen und Ihr habt die Möglichkeit, mit zu bestimmen, wer Eure Vertreter sind.
Es gibt zwar keine Ermäßigung auf Fanartikel oder Eintrittskarten, dafür aber eine gehörige Portion Einfluss auf die Entwicklung der Rahmenbedingungen für unsere Fanszene.
Auch wenn der Kelch der personalisierten Auswärtstickets noch einmal an uns vorbei gegangen ist, ist es wichtig, dass unsere Kurve fest zusammensteht! Die Bedrohung durch den DFB und die allgemeine Repression ist allgegenwärtig.

Ab dem ersten Heimspiel der Rückrunde könnt Ihr dann wie gewohnt am FuFA-Stand vor Block 32 und am Container die Jahresmitgliedschaft 2017 erwerben.
Bringt, wie immer, im besten Fall einen leserlich ausgefüllten Antrag mit. Diesen findet ihr hier:
http://nordwestkurve.net/NWK_Anmeldung_2017.pdf

Wie in den letzten Jahren bieten wir auch wieder eine Anmeldung per E-Mail an. Wer dies in Anspruch nehmen möchte, sendet bitte den ausgefüllten und unterschrieben Antrag an  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und überweist parallel sieben Euro (Beitrag zzgl. Material- und Portokosten) auf folgendes Konto:

Nordwestkurve Frankfurt e.V.
IBAN: DE53 5105 0015 0140 2733 43
Verwendungszweck: Mitgliedschaft 2017

Ihr erhaltet Euren Ausweis und Euren Turnbeutel dann per Post nach Zahlungseingang.

Kommt gut ins neue Jahr!
Wir freuen uns auf Euch am 14. Januar im Fanhaus Louisa!

Euer Nordwestkurve-Rat