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Saisoneröffnung Nordwestkurve am 27.07.13

Hallo Eintrachtfans,

zum Abschluss einer wie immer unerträglich langen Sommerpause möchten das Frankfurter Fanprojekt und wir mit Euch am 27.07. das Ende der Leidenszeit feiern, und uns gemeinsam im Fanhaus Louisa auf die neue Saison einstimmen.

Los geht´s um 12 Uhr mit einem bunten Programm für Groß und Klein, dem Eintracht Museum, einem Eintracht Quiz sowie der HipHopCrew Kelkheim. Nach ordentlicher Live-Musik am Abend (u.a. Ultrakaos) feiern wir mit der Bembelbar bis es dem Morgen graut. Der Eintritt ist frei und für ausreichend Verpflegung zu moderaten Preisen ist selbstverständlich gesorgt.

Wir werden Euch an dieser Stelle immer wieder über den aktuellen Stand der Programmplanung informieren – schaut also ab und an hier vorbei!

Euer Nordwestkurve-Rat

Übergabe Goldene Presseente

Im Zuge der allgemeinen Medienhysterie zum Thema "Fußballfans und Gewalt" haben wir letzten Sommer die Wahl zur Goldenen Presseente 2012 durchgeführt. Am Rande des Spiels gegen Düsseldorf konnte diese dem Gewinner, Rainer Franzke vom Kicker, nun endlich offiziell übergeben werden.

Rainer Franzke nahm die Auszeichnung entgegen und berichtete von der Zeit nach der Veröffentlichung des Artikels, in der er einigen Anfeindungen ausgesetzt war. Er schilderte, dass sich auch für ihn in der Nachbetrachtung einige Dinge anders darstellten, als es in dem Artikel noch den Anschein hatte. Er ging dabei auch auf das Thema "journalistische Verantwortung" ein und zeigte sich insgesamt selbstkritisch. Vollumfänglich kam man beim Thema Fankultur jedoch nicht überein.

Wir gratulieren dem verdienten Preisträger herzlich und hoffen er konnte während der angekündigten Stunden in der Badewanne die Zeit finden, um über diesen und zukünftige Artikel nachzudenken.

Individuelle Infoabende

Hallo Eintrachtfans,

seit über einem Jahr gibt es nun den Nordwestkurve-Rat und man kann sicherlich behaupten, dass sich die anfängliche Skepsis gegenüber dieser neuen Organisation deutlich reduziert hat. Dennoch stellen wir in Gesprächen immer wieder fest, dass es bei beim ein oder anderen nach wie vor Berührungsängste oder Zweifel in verschiedener Hinsicht gibt. Diese wollen wir abbauen, indem wir Euch offen für einen Dialog zur Verfügung stehen.

Wie bisher könnt Ihr uns auf unseren Veranstaltungen oder den bekannten Wegen jederzeit ansprechen. Wir bieten Euch außerdem ab sofort gerne an, für einen individuellen Infoabend bei Euren EFCs bzw. Gruppen vorbei zu kommen, um uns und unsere Arbeit vorzustellen und mit Euch über die Themen zu sprechen, die Euch im Zusammenhang mit unserer Arbeit interessieren.

Nehmt gerne Kontakt mit uns auf, dann werden wir mit Euch über einen möglichen Termin sprechen. Natürlich stellt sich dabei immer die Frage der Machbarkeit (Entfernung, Termine etc.), aber in der Regel findet sich ja immer eine Lösung.

In diesem Zuge noch einmal der Hinweis, dass wir ständig auf der Suche nach engagierten Leuten sind, die Lust daran haben, etwas für die Fanszene zu bewegen. Bei Interesse an einer Mitarbeit könnt Ihr uns entweder persönlich oder per Email kontaktieren.

Wir freuen uns auf Eure Rückmeldungen,
Euer Nordwestkurve-Rat

Stellungnahme zum Umgang mit Gästefans in Frankfurt

Nach den vergangenen Heimspielen unserer Eintracht mehren sich Aussagen von Gästefans, die eine unangemessene Behandlung in Frankfurt erleben. Zuletzt sind die Heimspiele gegen Hoffenheim und Nürnberg zu nennen. Hier gab es auch entsprechende Stellungnahmen der jeweiligen Gästefans.

Wir möchten an dieser Stelle gar nicht zu detailliert auf das Spiel gegen Nürnberg eingehen. Jedoch ist es für uns in einigen Vorgängen ein Paradebeispiel, wie eine öffentlich erzeugte Hysterie negativen Einfluss auf Vorgänge um ein Fußballspiel nehmen kann. Gerüchte über 200kg Pyrotechnik machten vor dem Spiel die Runde, sah man diese teilweise als belegt an, so finden sich in Nürnberg andere Aussagen, wie eine Stellungnahme der Nordkurve Nürnberg dokumentiert:
„…wir haben Neuigkeiten zu den Vorfällen in Frankfurt, denn auch am Nürnberger Einsatzleiter der Polizei, Herr Galler, gingen unsere Vorwürfe und die Forderung nach Aufklärung nicht vorüber. Dieser äußerte sich nun gegenüber einem Vereinsvertreter und ließ ausrichten:
Die Nürnberger Polizei hat Eintracht Frankfurt von dem Verdacht der 200kg Pyrotechnik in Kenntnis gesetzt, Tage vor dem Spiel aber auch wieder darauf hingewiesen, dass sich der Verdacht nicht erhärtet habe. Dies könne man auch belegen.“

Wir fühlten uns in diesen Tagen an unser Gastspiel in Leverkusen erinnert, bei dem ein Gerücht den Einsatz von Vollkontrollen bei weiblichen Eintracht-Fans rechtfertigen sollte. (Angeblich hatte ein besorgter Vater Indizien, dass die Freundin des Sohns in Leverkusen Pyrotechnik einschmuggeln wollte.)
Dass beim Spiel gegen Nürnberg die Wahrscheinlichkeit des Zündens von Pyrotechnik nach der Berichterstattung der Vortage des Spiels gegen Null tendierte, war hier wohl allen Verantwortlichen klar. Dennoch wurde das Verbot weiterhin aufrechterhalten. Ob hierbei die Polizei oder der Sicherheitsdienst von Eintracht Frankfurt federführend war, dazu gibt es widersprüchliche Angaben. Wo auch immer die Verantwortung liegen mag, geht es uns nicht darum jemanden an den Pranger zu stellen, sondern darum, in Zukunft solche Vorfälle zu verhindern.

Grundsätzlich möchten wir jedoch festhalten, dass wir das Anbringen von Zaunfahnen für einen unverzichtbaren Bestandteil von Fankultur halten. Ein farbenfroher Gästeblock ist auch bei unseren Heimspielen ein wünschenswerter Bestandteil der Atmosphäre im Waldstadion. Was wir bei unseren Spielen in der Fremde für unseren Gästeblock erwarten, muss auch für unsere Gäste gelten!
Wenn dabei das Verbot von Zaunfahnen unter Inkaufnahme von nachfolgenden Eskalationen aufrechterhalten wird, ist nach unserer Meinung keine Verhältnismäßigkeit mehr gegeben. Ein besonderes Negativbeispiel bietet – neben dem Spiel gegen Nürnberg – die Partie gegen den Karlsruher SC vor etwas mehr als einem Jahr. Damals führte das Verhindern des Anbringens mitgebrachter Banner im Block zu einer Auseinandersetzung im Gästeblock. Daraufhin betrat die Polizei den Gästeblock und versprühte großflächig Reizgas, welches im Gästeblock sowie den angrenzenden Blöcken der Ost- und Gegentribüne zu nahezu 100 Verletzten führte.

Ein weiterer von uns stark kritisierter Punkt sind die immer wieder aufkommenden Berichte über „unangemessene Durchsuchungen“ im Gästebereich des Waldstadions. Stichprobenartig werden Fans in einem gesonderten Raum genauer durchsucht. Diese Vorgehensweise bietet einigen Raum für „Legendenbildungen“ und Gerüchte und ist ähnlich gelagert wie die – auch von Eintracht Frankfurt selbst – stark kritisierten Zelte in München. Dass es diese Vorgehensweise gibt, kann als gesichert angesehen werden. Hierzu heißt es in der offiziellen Faninfo des 1.FC Nürnberg zum Spiel in Frankfurt: „Am Eingang zum Stehplatzblock 20 wird es zudem stichprobenweise eine zusätzliche Personenkontrolle geben. Hierzu wird ein Toilettenraum genutzt, in dem ein Mitarbeiter unseres Fan-Projektes oder der Fan-Betreuung anwesend sein wird. Eintracht Frankfurt weist ausdrücklich darauf hin, dass bei diesen Kontrollen lediglich die Jacken und/oder Schuhe ausgezogen werden müssen, keinesfalls wird es sogenannte "Vollkontrollen" geben.“

Hierzu wünschen wir uns mehr Informationen von Eintracht Frankfurt über Art und Umfang der Kontrollen. Wir sehen diese Vorgehensweise als unnötig und unverhältnismäßig an. Auch ein Ausziehen von Jacken und Schuhen ist, wie in anderen Stadien teilweise üblich, im Eingangsbereich möglich. Mit einer Ablagemöglichkeit für Jacken und einem „Teppich“, den man für die Zeit ohne Schuhe benutzen kann, ist diese Durchsuchung auch im offen einsehbaren Bereich durchführbar und nähme Eintracht Frankfurt aus der Kritik.

Im Zuge der Diskussion zum DFL-Sicherheitspapier hat sich Eintracht Frankfurt mit einer klaren Stellungnahme deutlich positioniert und nahm sogar deutschlandweit eine Vorreiterrolle ein. Konstruktiv wurden dort einige Maßnahmen kritisiert und immer wieder auf die notwendige Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen hingewiesen. Wir wünschen uns, dass diese Verhältnismäßigkeit auch bei unseren Gästefans angewandt wird. Es ist uns klar, dass die derzeitige mediale Lage im Allgemeinen und die Situation von Eintracht Frankfurt im Speziellen einen öffentlichen Druck aufbauen, der unseren Verein in einen gewissen Zugzwang bringt. Jedoch sollten auch in diesen Situationen die Grundsätze eingehalten werden, die man bei den Ausarbeitungen zum DFL-Sicherheitspapier festgestellt hat. Langfristig ist mit einer kontinuierlichen Fanarbeit unter Beachtung von Angemessenheit und Verhältnismäßigkeit mehr zu erreichen.

Verletzte Gästefans können nicht der Preis dafür sein, dass man der Öffentlichkeit verkaufen kann, man habe alles für die Sicherheit getan. Wenn die Verhinderung bengalischer Feuer zu sicherheitsgefährdenden Situationen mit vielen Verletzten führt, sollten diese Konzepte grundlegend überdacht werden.

Für uns ist es ein wesentlicher Teil von Fanarbeit, auch den Umgang mit Gästefans im eigenen Stadion kritisch zu betrachten. Im beschlossenen DFL-Sicherheitspapier gibt es immer noch einige Punkte, die stark zu kritisieren sind. Diese betreffen im Wesentlichen mögliche Kontrollen, aber auch andere Maßnahmen im Umgang mit Gästefans. Hier ist jede deutsche Fanszene gefragt, daran zu arbeiten diese Maßnahmen für die jeweiligen Gästefans zu verhindern. Es ist nicht zielführend, dass Vereine zu solchen unverhältnismäßigen Maßnahmen greifen müssen, nur um sich später vor der Polizei, den Behörden und der Öffentlichkeit rechtfertigen zu können.

Um in diesem Thema konstruktiv an einer Verbesserung zu arbeiten und auch Eintracht Frankfurt die Möglichkeit zu geben zu den Vorfällen Stellung zu beziehen haben wir die Eintracht Frankfurt Fußball AG gebeten, zeitnah einen Fanbeirat zum Thema „Umgang mit Gästefans in Frankfurt“ einzuberufen. Wir werden über die Ergebnisse informieren und Euch bei diesem Thema weiter auf dem Laufenden halten.

Neue Fördermitgliedschaft bei Eintracht Frankfurt

Gude Nordwestkurve,

wie Ihr sicher mitbekommen habt, bietet Eintracht Frankfurt ab sofort die neue, stimmrechtslose, Fördermitgliedschaft an.

Man kann zu den Entwicklungen rund um diese Mitgliedschaft ausgiebig diskutieren und wir möchten an dieser Stelle kein Statement für oder gegen einen Vereinsbeitritt abgeben. Das muss jeder für sich selbst entscheiden und es braucht hier sicher nicht unseren Ratschlag.

Was uns aber Sorge bereitet, ist die Vorstellung einer „stillen Masse“ im Verein, die zwar (auch um Vergünstigungen zu erhalten) einen finanziellen Beitrag zur Existenz des Vereins leisten soll, bei wichtigen Entscheidungen aber aufgrund des fehlenden Stimm- und Rederechts keinerlei Einfluss nehmen kann. Das kann nicht im Sinne unserer Kurve sein und hier gilt es, Eure Stimme zu wahren!

Wenn sich die Dinge weiter so entwickeln, wie derzeit absehbar, wird dem Verein und seinen Mitgliedern in Zukunft eine noch bedeutendere Rolle zukommen, als dies heute schon der Fall ist. Und dabei ist es von elementarer Bedeutung, dass wir unsere Vorstellungen und Interessen in möglichst großem Umfang einbringen.

Wir rufen daher jeden, der einen Vereinseintritt plant, auf, sich für eine vollwertige Mitgliedschaft in der Fan- und Förderabteilung zu entscheiden. Denn nur so können wir sicherstellen, dass unsere Interessen im Verein auch in Zukunft Gehör finden und bei wegweisenden Entscheidungen niemand an den Fans vorbei kommt!

Umgerechnet betragen die monatlichen Mehrkosten für eine vollwertige Mitgliedschaft lediglich 3,33€, also noch nicht einmal ein Äppler in unserem Waldstadion. Solltet Ihr die Möglichkeit einer Ermäßigung (z.B. Schüler/Student/Auszubildende) haben, so bekommt Ihr die FuFa-Mitgliedschaft sogar zum gleichen Preis wie die Fördermitgliedschaft. Überlegt Euch also gut, ob solche geringen bzw. gar keine Ersparnisse wirklich rechtfertigen Teil dieser "stillen Masse" zu werden.

Bitte informiert darüber auch Eure Fanclubs bzw. Gruppen und sorgt für Aufklärung, denn nicht jeder ist so nah am Thema und die Verlockung zu einer günstigeren Mitgliedschaft mag im ersten Moment groß sein. Es muss sich aber gleichzeitig jeder bewusst sein, dass er mit der Fördermitgliedschaft auf einen möglichen Einfluss auf die Zukunft von Eintracht Frankfurt verzichtet.

Viele Grüße,
Euer Nordwestkurve-Rat

Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Leverkusen

Stellungnahme des Nordwestkurve-Rats zu den Vorkommnissen bei unserem Spiel in Leverkusen und den Folgen für unsere Fanszene

Wir bedauern sehr, dass es am Samstag aus unserer Kurve wieder einmal zum Einsatz nicht kontrollierbarer Pyrotechnik kam. Wir verurteilen insbesondere die abgeschossenen Raketen, gezündeten Böller und die noch brennend in den Innenraum geworfenen Bengalos. Wir haben uns seit jeher dafür eingesetzt und geworben, dass als Minimalkonsens zum Thema Pyrotechnik zumindest „alles, was die Hand verlässt“ unmissverständlich geächtet und verhindert wird. Wir müssen leider feststellen, dass dieser Konsens bisher nicht erreicht wurde.

Dem Selbstverständnis des Nordwestkurve-Rats entspricht es, möglichst alle Gruppen der aktiven Fanszene in Frankfurt zusammen zu bringen, interne Diskussionen anzustoßen, für den Zusammenhalt aller Fangruppen einzutreten und „die Kurve“ auch nach außen zu repräsentieren. Dies ist gerade beim Thema Pyrotechnik nicht immer einfach, da es – wie jeder weiß – hierzu bei den im Nordwestkurve-Rat zusammengeschlossenen Gruppen sehr unterschiedliche Auffassungen gibt.

Unabhängig von allen grundsätzlichen Meinungsunterschieden können und wollen wir jedoch unmissverständlich festhalten:

Nicht kontrollierbare Pyroaktionen wie jene vom Samstag in Leverkusen werden von einem Großteil der Frankfurter Auswärtsfahrer abgelehnt. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir ganz dringend innehalten müssen und im gemeinsamen Dialog uns darauf zu besinnen und zu verständigen haben, was wir in unserer Kurve dulden wollen und was auf gar keinen Fall mehr toleriert werden kann. Die Pyro-Aktion vom Samstag in Leverkusen muss eine Zäsur für den Umgang der Nordwestkurve mit diesem Thema sein – so wie 2002 das Heimspiel gegen Oberhausen („Verabschiedung der alten Gegentribüne“) eine Zäsur hinsichtlich der Verwendung von Pyrotechnik bei Heimspielen war.

Wir rufen alle Gruppen und Einzelpersonen, die sich in der Vergangenheit an derartigen Aktionen beteiligt haben, dazu auf, ab sofort und vorerst mindestens bis zum Ende dieser Saison auf jegliche weitere Pyroaktionen zu verzichten. Gerade in der derzeitigen Situation gibt es für diese Haltung viele Gründe (wobei die nachstehende Reihenfolge ausdrücklich keine Gewichtung darstellen soll):

1.) Wie bereits angesprochen: weil offenbar immer und unvermeidbar auch Böller, Raketen usw. zum Einsatz kommen, auch wenn das von den Initiatoren nicht geplant oder beabsichtigt ist. Und zu allem, was die Hand verlässt, darf es keine zwei Meinungen geben. Hier ist eine Gefährdung Dritter, besonders im Innenraum und auf dem Spielfeld, nicht zu kontrollieren. Und so lange es nicht gelingt, das eine vom anderen zu trennen, muss die Konsequenz ein Verzicht auf Pyrotechnik sein.

2.) Es ist festzustellen, dass der Einsatz von Pyrotechnik unsere Fanszene immer mehr entzweit, immer emotionaler diskutiert wird und dementsprechend zu immer größeren Differenzen führt. Der stimmungsfördernde Effekt, der den Einsatz von Pyrotechnik unter anderem begründet, kehrt sich dabei sogar in eine Verschlechterung der Atmosphäre um. Wir müssen ausdrücklich als Fanszene dagegen ankämpfen, dass derartige Diskussionen den Zusammenhalt innerhalb der Fanszene stören, der dieser Tage so dringend für weit wichtigere Themen (wir nennen hier nur die gesamte Sicherheitsdebatte als Stichwort) zu erhalten ist.

3.) Der Schaden für unsere Eintracht hat in finanzieller Hinsicht durchaus eine Dimension erreicht, die Einfluss auf die Fortentwicklung der Mannschaft sowie des Vereins nimmt. Ganz besonders Teilausschlüsse oder sogar angedrohte härtere Maßnahmen liegen deutlich im 6-stelligen Bereich. Gerade in Zeiten, in denen unsere Eintracht eine solch hoffnungsvolle sportliche Entwicklung nimmt, liegt es auch an uns Fans, keine Störfaktoren zu produzieren. Dies betrifft nicht nur direkte finanzielle Faktoren, sondern auch die Wirkung einer solchen Aktion auf die Mannschaft und das Umfeld. Zudem drohen heute schneller als früher Spielunterbrechungen oder - im schlimmsten Fall - Spielabbrüche, welche bei der Bemessung des Strafmaßes besonders schwer gewichtet werden.

4.) Es sollte und muss jeder auch bedenken, dass Pyrotechnik unweigerlich zu schärferen präventiven und repressiven Maßnahmen bei künftigen Auswärtsspielen unserer Eintracht führt. Darunter haben alle Auswärtsfahrer zu leiden.

Aus unserer Sicht muss jeder, dem die Eintracht und unsere Fanszene am Herzen liegen, ganz unabhängig von seiner grundsätzlichen Haltung zur Pyrotechnik im Allgemeinen heute konstatieren: So wie bisher geht es nicht mehr weiter; jede weitere Pyro-Aktion würde uns unweigerlich noch tiefer in die Sackgasse führen, aus der heraus es kein Entkommen mehr gibt. Wenn wir das, was wir unter Fankultur verstehen, retten und bewahren wollen, darf es in dieser Saison keine Pyro-Aktionen mehr geben, die unserer Eintracht Schaden zufügen. Eine weiterhin definitive Absage müssen wir als Fanszene dem Einsatz von nicht zu kontrollierenden Mitteln (Böller, Leuchtspur, geworfene Pyrotechnik) erteilen.

Wir appellieren daher abschließend nochmals an die gesamte Fanszene, die Vorkommnisse von Leverkusen als Zäsur, als Wendepunkt zu begreifen. Jetzt ist der Moment, an dem alle innehalten und sich auf eine gemeinsame Vorstellung davon verständigen müssen, was wir in unserer Kurve dulden können und was nicht. Hierzu sind viele – in größtmöglicher Offenheit und gegenseitigem Respekt zu führende – Diskussionen erforderlich. Der Nordwestkurve-Rat möchte und wird, seinem Selbstverständnis entsprechend, hierzu seinen Beitrag leisten.

Insofern beobachten wir auch mit Sorge, dass viele derjenigen, die – nachvollziehbarer Weise – mit solchen Aktionen wie am Samstag nicht einverstanden sind, sich insbesondere im Internet mit unangemessenen Gewaltphantasien und fragwürdigem Rechtsstaatsverständnis äußern. Auch an diese Personen richtet sich unser Appell zur Besinnung und zum Maßhalten. Es ist niemandem – und insbesondere nicht unserer Eintracht – damit gedient, wenn ganze Gruppen oder Teile von Gruppen durch den Abbruch jeglicher Gesprächsbasis in eine weitere Radikalisierung getrieben werden. Wir können den dringend benötigten Konsens nur in gemeinsamen Gesprächen erreichen; und konstruktive Gespräche setzen immer ein Mindestmaß an gegenseitigem Respekt voraus.
Auch hier ist eine Versachlichung der Diskussion von allen Seiten dringend erforderlich. Die nötige Objektivität, die wir von der Presse und der Öffentlichkeit erwarten, sollte auch innerhalb der Fanszene für alle Seiten unverzichtbar sein.


Frankfurt, den 21. Januar 2013

Der Nordwestkurve-Rat